This is the end of the world as we know it…
Die meisten Menschen, die heute in der so genannt „westlichen“ Welt leben, sind mit Schallplatten aufgewachsen, mit Kassetten, Tonbändern, CDs… mit festen Speichermedien für Musik jedenfalls. Seit der massenhaften Verbreitung kompakter digitaler Speichermedien wie MP3 und anderen Formaten, die keinen physischen Datenträger mehr erfordern, haben sich neue Möglichkeiten eröffnet, was die Verbreitung betrifft, und für das, was mit ihr so einher geht. Fluch und Segen für den Künstler – das ist die neue Welt der digitalen Formate, der Nullen und Einsen an der langen Rille oder des Bandes Statt. Das geht auf jeden Fall zu Lasten des Klangs; in dieser Hinsicht sind Vinyl und Tonband unschlagbar, doch gut Ding will Weile haben. Wenn das Vinyl verschwindet, so ist dies selbstverständlich ein herber Verlust für diese Welt, doch wenn sich die Entwickler und Programmierer Mühe geben, können sie bestimmt eines Tages durch die Ausweidung der Vorteile der digitalen Medien eine berechtigte Vormachtsstellung erlangen. Wer heute aufwächst, mag für selbstverständlich nehmen, was für ältere Semester noch immer ein Prozess der Veränderung ist. Und es ist trotz aller Nachteile nicht das Ende der Welt. Bloß das Ende der Welt, wie wir sie kennen.
…and I feel fine
Was die Musikindustrie womöglich zerstört (wahrscheinlich leider nicht in der näheren Zukunft), ist für die Künstler in vielerlei Hinsicht von Vorteil. Denn während die großen Plattenfirmen seit dem Quasi-Wegfall der physischen Tonträger im Prinzip nichts mehr anzubieten haben außer Vertriebswegen, bieten die handlichen, da virtuellen, Digitalformate den Künstlern große Vorteile und Unabhängigkeit hinsichtlich der Vermarktung und Vertriebswege. Es geht hierbei natürlich nichts ohne Netzwerke, doch es ist erheblich einfacher als noch vor zehn Jahren, Präsenz zu zeigen und von den richtigen Leuten gehört zu werden.
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