Squeeze
Es ist schon erstaunlich: Squeeze aus England sind eine der größten Popgruppen seit den 1970er Jahren , doch in Deutschland wird man meist angeguckt wie vom Autobus, wenn man sein Gegenüber nach dieser Band fragt.
Und dann kommt immer der gleiche Moment: man möchte beweisen, dass der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin die Gruppe sehr wohl kennt. Oder zumindest eines ihrer bekanntesten Werke in abgewandelter Form. In einer scheußlichen Mutation, streng genommen: die bekannteste Werbung für Knabberkram, die in den Achtzigern über deutsche TV-Bildschirme flimmerte. Ja, genau die: „Kaum steh’ ich hier und singe…“. Was in der Reklame extrem nervtötend, aber immerhin auch, und das war das einzige Ziel, extrem werbewirksam war, hatte ein erheblich gewitzteres Vorbild, nämlich „Cool For Cats“, ein Song vom gleichnamigen Squeeze-Album aus dem Jahre 1979. Ein Stück übrigens, das zur strengsten Zeit der öffentlichen britischen Sendeanstalten BBC zensiert wurde: bei einem Auftritt in der Sendung Top Of The Pops wurde es ihnen der Anzüglichkeit wegen untersagt, zu singen: „I’m invited in for coffee and I give the dog a bone“. Ihrem Welterfolg stand das aber selbstverständlich nicht im Wege (wie sollte es auch; ein Auftritt bei Top Of The Pops ist schon immer eine große Nummer gewesen, ob zensiert oder nicht).
Zwei wie Pech und Schwefel
Die erste LP nahm die Band 1978 mit John Cale als Produzent auf, der allerdings sehr eigene Vorstellungen vom Sound der Band hatte: den Mitgliedern zufolge diktierte er der Band, was für Lieder sie zu schreiben habe. Danach gigen die Band und der Produzent getrennte Wege und nahmen zwischen 1978 und 1981 ihre drei aufregendsten Platten auf, wobei Chris Difford stets die Texte schrieb und Glenn Tillbrook meist die Musik. Die beiden sind auch durch zahllose Umbesetzungen hindurch die einzigen stetigen Bandmitglieder gewesen, die so gesehen gewissermaßen sogar noch 1983 und 1984, als es die Band nominell nicht gab, mit im Boot waren: sie nahmen eine Platte auf, die unter dem Namen „Difford & Tillbrook“ erschien. Zwischen 2000 und 2006 war dann noch einmal Funkstille, doch seit diese vorüber ist, machen Squeeze weiter – und es ist nicht ihre schlechteste Phase.
Archiviert unter: Allgemein
eine Stellungnahme schreiben